Auftausalz

Werbung

Auftausalz wird umgangssprachlich auch als Streusalz oder Tausalz bezeichnet. Es besteht dabei zu nahezu 94 Prozent aus herkömmlichen Kochsalz und dient dazu, Wege und Straßen vom Eis zu befreien. Es wird besonders von Streufahrzeugen bevorzugt als Winterstreu eingesetzt, aber auch immer mehr Privathaushalte streuen die Fußwege und Einfahrten mit Auftausalz. Die Verwendung dieses Salzes ist jedoch in vielen Städten und Gemeinden untersagt. Das liegt daran, dass das Streusalz nicht unter die Salzsteuer fiel, welche bis 1993 erhoben wurde. Das bedeutet, dass es durch die enthaltenen Zusätze nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Die Verwendung von Streusalz geht bereits auf die frühen Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Besonders Paris war damals Vorreiter und setzte das Salz in der kompletten Stadt zur Glatteisbekämpfung ein. Allerdings stellte man sehr schnell fest, dass sich das Auftausalz nicht nur negativ auf die Hufe der Pferde auswirkte, die zur damaligen Zeit noch das Stadtbild bestimmten, sondern auch Straßen und Unterführungen wurden durch das aggressive Salz beschädigt. Bereits in den 60er Jahren wurden für das Streusalz ganze Hallen gebaut, in denen es dann für den winterlichen Einsatz gelagert wurde. Vom LKW aus wurde es besonders zu dieser Zeit noch per Hand auf die Straßen gebracht. Später kamen für das Salz dann extra mechanische Streugeräte zum Einsatz. Da das Salz jedoch oft durch den Wind von der Fahrbahn getragen wurde, wurde dieses später durch Feuchtsalz ersetzt. Das handelsübliche Auftausalz, welches man in der heutigen Zeit kaufen kann, besteht neben herkömmlichen Kochsalz auch aus Natriumchlorid, also klassischem Steinsalz. Für das Salz gibt es aber seit 2006 bestimmte Richtlinien. So muß der Kochsalzanteil bei mindestens 98 Prozent liegen und eine stetige Kornverteilung besitzen. Die Feuchtigkeit der Hallenlagerung darf bei maximal 1,2% und bei der Sololagerung bei maximal 0,6% liegen. Wer sich jetzt fragt, wie Auftausalz das gefürchtete Glatteis schmelzen lässt, wird dies mit einem einfachen physikalisch-chemischen Prozess erklärt bekommen. Hier geht es nämlich um die sogenannte Schmelzpunkterniedrigung. Der Gefrierpunkt einer Flüssigkeit nimmt nämlich durch diesen ab. Dies ist davon abhängig, je mehr Teilchen in ihr aufgelöst werden. Die gefrorenen Wassermoleküle gehen bei einer darauf gestreuten Sole also wieder in einen flüssigen Zustand über. Das Eis schmilzt.

Werbung

Da das Salz selbst einen niedrigeren Gefrierpunkt hat als Eis, löst sich dieses ganz langsam auf. Dementsprechend hoch muss aus diesem Grund auch die Konzentration des Salzes sein, welches als Auftausalz zum Einsatz kommt. Auftausalz kann übrigens nur als Sole auf dem Eis wirken und es zum schmelzen bringen. In seiner Reinform würde dies nicht funktionieren. Es muss also immer zuerst im Wasser gelöst sein, um die volle Wirkung zu entfalten. Bei der Wirkung der Auftausalze spielt besonders die Aussentemperatur eine große Rolle. Bei Temperaturen bis zu -10 Grad eignet sich Natriumchlorid, bis -20 wird Calciumchlorid bevorzugt eingesetzt. Sinkt die Außentemperatur jedoch auf -20 Grad ab, versagt die Wirkung beider Auftausalze. Für den privaten Gebrauch wird das Salz in Säcken gekauft und dann in Pulverform verstreut. Im Großanwendungsbereich wird das Auftausalz dann mit Sole versetzt. Diese wird dann mittels eines Streufahrzeuges vom Streuteller aus auf die Fahrbahn verteilt.

Werbung

Werbung